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Wir machen die Welt zum Klassenzimmer

Draussen lernen löst Lernblockaden und fördert soziale Interaktionen. Ein Film gibt Einblicke in das Projekt «Draussen unterrichten bewegt».

Nicolas Mennel

Schulunterricht soll an der Primarschule Uster regelmässig an der frischen Luft stattfinden. Möglich macht’s das Projekt «Draussen unterrichten bewegt». Die zweijährige Pilotphase mit Begleitung der Stiftung SILVIVA endete im Sommer 2025, worauf das Lernen im Freien ins Schulprogramm aufgenommen wurde. Langfristig sollen alle Klassen einen halben Tag pro Woche ausserhalb des Klassenzimmers lernen.

Eine 3. Klasse aus dem Schulhaus Hasenbühl etwa verbringt jede Woche einen Morgen im Wald, und das bei jedem Wetter. Neulich stellten die Kinder selbst Wachstücher her.

«Kinder bewegen sich draussen viel mehr und kommen so zu ganz anderen Lösungswegen.»

Wie fruchtbar das Lernen unter freiem Himmel sein kann, zeigt auch ein Film, in dem eine Lehrerin und eine Schulleiterin aus dem Schulhaus Gschwader von ihren Erfahrungen erzählen. Schulleiterin Flurina Derungs erkennt etwa: «Kinder bewegen sich draussen viel mehr und kommen so zu ganz anderen Lösungswegen.»

Auch Lehrerin Simone Kunz blickt im Film auf erfolgreiche Stunden an der frischen Luft zurück. «Einer meiner Schüler hatte grosse Mühe mit dem Einmaleins. Als wir für den Unterricht draussen waren und Bohnen angepflanzt haben, kam er zu mir und sagte, er brauche 48 Bohnen», erzählt sie. «Er hatte dies selbst ausgerechnet mit den Informationen auf der Packung. Solch handlungsorientierter Unterricht kann für die Kinder auf einmal Sinn ergeben und logisch sein.»

Schulleiterin Flurina Derungs hebt auch die positiven Auswirkungen auf das Miteinander hervor: «Es gibt Kinder, die Mühe haben, auf andere Kinder zuzugehen. Draussen gelingt es ihnen viel einfacher als im Schulzimmer.» Doch nicht nur die Kinder profitieren: «Es kommt beim Unterricht im Freien viel öfter zu Kooperationen zwischen Lehrpersonen von Parallelklassen», so Derungs. Ausserdem wird die Beziehung zwischen den Lehrpersonen und den Kindern gestärkt, was eine wichtige Grundlage für gelingendes Lernen ist.

Mehr zum Thema:

Das bringt Unterricht im Freien

  • Fördert die soziale und emotionale Entwicklung.
  • Stärkt das Vertrauen zwischen Lehrpersonen und Kindern.
  • Lerninhalte bleiben dank mehr Aktivität und Bewegung besser im Gedächtnis haften.
  • Unterschiedliche Lernräume bedienen die unterschiedlichen Lernbedürfnisse von Kindern.
  • Fördert Kommunikation, Kooperation, Kreativität, kritisches Denken und den Umgang mit Unvorhergesehenem.

Quelle: SILVIVA, Lernort Natur: draussen lernen wirkt | SILVIVA

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